Der denkwürdige Fall des Mr Poe von Louis Bayard

Der denkwürdige Fall des Mr Poe von Louis Bayard

Anja Wylezol
Anja Wylezol
, 08.09.2023

„19. April 1831 - in ein oder zwei Stunden werde ich tot sein“.

So steht es sehr prominent außen auf dem Cover dieses historischen Krimis. Da ist eine doch sofort angefixt, oder? Wer spricht da und warum ist er demnächst tot?

Die Geschichte beginnt mit dem Fund eines grausam ermordeten jungen Kadetten in der Westpoint Academy in den USA Anfang des 19. Jahrhunderts. In einer solchen militärischen Einrichtung ist man sich in der Führungsriege schnell einig, dass Informationen über die Geschehnisse nicht nach außen dringen dürfen, und so betraut man August Landor, einen ehemaligen New Yorker Polizeidetektiven, mit den Ermittlungen. Dabei erlegt man ihm strengste Geheimhaltung auf. August Landor, vom Leben gezeichnet, ist ein ruhiger Beobachter und mit einem scharfen Verstand gesegnet, aber ganz alleine kann er die Hintergründe in dieser verwirrenden Hierarchie nur schwer durchdringen. Da kommt er unerwartet Hilfe von einem jungen Kadetten, dessen Namen wir heute alle kennen: Edgar Allan Poe.

Das ist belegt: zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, diente Poe tatsächlich in dieser Academy. Jetzt erstattet er fortlaufend Bericht, und seine Berichte lesen sich auf eine blumig-poetische Weise, die schon seine spätere Passion erahnen lassen. Alleine diese Passagen sind ein Grund, dieses Buch zur Hand zu nehmen.

Dazu noch: verwinkelte Plots, tolle Charaktere, spannende Story, ein bisschen „Name der Rose“, ein bisschen Verschwörungsgeschichte. Und Twists, jede Menge erstaunliche Twists. Das Ende hat mich dann allerdings so richtig aus den Schuhen gehauen. Ein großes Wow und eine dicke Empfehlung!

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Paperback, 500 S.
Sprache: Deutsch
Insel Verlag GmbH
ISBN: 9783458682035